Acht dreiviertel Jahre

Acht dreiviertel Jahre
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ÜBER DEN AUTOR

Thomas Martin, geboren 1956 in Würzburg am Main, schloss nach dem Abitur die berufliche Ausbildung zum Industriekaufmann ab,
woraufhin eine langjährige Vertriebstätigkeit bei zwei Global Playern der IT- Branche folgte.
Verschiedene, teils auch berufsbedingte Stationen führten ihn 1995 aus dem Südhessischen in das Rheinland.
In 2009 schließlich schlug er sein Zelt gemeinsam mit Ehefrau Inna in einem kleinen Städtchen zwischen Mönchengladbach und Grevenbroich auf,
wo die beiden bis heute leben.  Inzwischen im Ruhestand befindlich entschloss sich der eingefleischte Tierliebhaber für ein Erstlingswerk in Buchform,
in dem er das Leben von und mit dem geliebten Kater Losik zu Papier brachte.

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Leseprobe

Eines schönen Tages, Losik widmete sich seiner üblichen Revier Patrouille und wählte sich den Laufweg auf der rechten Seite aus, hielt er plötzlich inne als er etwas bemerkte, was ihn vom Catwalk abhielt. Auch ich schaute auf und sah wie sich Losiks geplanter Weg mit einem Artgenossen kreuzen sollte. Der Pfad auf der Mauerkrone war denkbar schmal, so dass selbst zwei Vierbeiner es schwer hätten, sich mit gehörigem Abstand aus dem Weg zu gehen. Bei Losiks »Gegenüber« handelte es sich der Statur nach zu schließen ebenfalls um einen Kater. Er war schwarzweiß gescheckt, sein Körper etwas gedrungen und er wies deutliche Spuren von Kampferfahrung auf. Eines seiner Ohren wurde wohl irgendwann einmal von einem Artgenossen malträtiert und auch an der Schnauze ließ sich die eine oder andere Blessur aus früheren Auseinandersetzungen erkennen. Nun saßen sich die beiden Kontrahenten gegenüber und bestanden jeweils auf ihr Wegerecht, keiner von ihnen bereit irgendwie abzurücken. Im Nachhinein wurden mir die Absichten des fremden Eindringlings klar. Er war auf »Krawall gebürstet« und wollte vermutlich sein Claim neu abstecken. Für Losik hingegen waren mit Ausnahme der frühen Säuge-Phase andere Artgenossen und deren Gehabe mehr oder weniger fremd. Losik als durchaus friedlich gesonnener Zeitgenosse, welcher nur seinen Tag genießen wollte, wusste nicht wie mit dieser Situation umzugehen war. Aus- oder zurück weichen war auch keine Option für ihn und die Kontrahenten rückten immer näher aufeinander zu. Jetzt war es an der Zeit »Flagge zu bekennen«. Losik erhob nun seine rechte Vorderpfote halb winkend, so als wollte er dem Eindringling signalisieren »Geh doch weg, Du!«. Der fremde Kater ließ sich dadurch jedoch überhaupt nicht beeindrucken, begann fürchterlich zu fauchen und stürzte auf Losik zu. Nun trat Losik die Flucht auf unsere Terrasse im Rückwärtsgang an und das Kampfgeschehen nahm dort seinen weiteren Verlauf. Es war eigentlich nur eine kurze Angelegenheit, aber von einem schrecklichen Fauchen und Katzengeschrei begleitet, welches mir noch heute gelegentlich in den Ohren dröhnt. Zum Teil fand das Gerangel unter unserem Tisch statt, zum Teil aber auch im offenen Bereich. Dann irgendwann stoben die beiden auseinander und Losik zog sich verletzt und geschockt ins Wohnungsinnere zurück, wo wir ihn längere Zeit nicht mehr zu Gesicht bekamen. Das Kampfgetümmel der beiden Kater ließ sich noch an seinen Hinterlassenschaften erahnen. Jede Menge Fellknäuel beider Kontrahenten verstreuten sich in der »Kampf-Arena«, von Losik offensichtlich mehr als von dem Eindringling. Es sollte nicht die letzte Auseinandersetzung der beiden Kater geblieben sein. Inna und ich tauften den bislang Namenlosen bei späterer Gelegenheit auf »Osama bin Kater« in Anlehnung an den bekanntesten zweibeinigen Terroristen der jüngeren Vergangenheit
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